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Mal angenommen diese CD ist gelungen, dann hätte sich die wie ich zugebe, durchaus privilegierte und hoch befriedigende Schinderei ja gelohnt. Ich weiß es nicht. Seit Monaten unablässig mit dem Schreiben und Komponieren befasst, bin ich in meinem Urteil befangen. Sagen wir, ich habe mein Bestes gegeben und stelle immerhin fest, dass ich die mir selbst gesetzte Frist von etwas mehr als einem Jahr, um diese Lieder herauszubringen, prompt eingehalten habe. Unter anderem, weil ich jeden Morgen zwischen halb 6 und 7 Uhr aufgestanden bin und bis in den Nachmittag hinein gedichtet habe. Eine ganz neue Erfahrung. Jahrzehntelang hatte ich mich bedingt durch Tausende von abendlichen Auftritten biorhythmisch als Nachteule und Langschläfer eingestuft, aber erst jetzt erkannt, dass ich der geborene Frühaufsteher bin. Die Gitarre immer griffbereit, habe ich versucht, meine Texte von vornherein musikalisch, sprich singbar, zu verfassen, und bin, weil ich meine Handschrift nicht ausstehen kann, längst dazu übergegangen, direkt in meinen PC zu reimen. Wie transparent einem doch die eigenen Gedanken erscheinen und wie sehr es den kreativen Prozess beschleunigt, wenn man plötzlich das, was man geschrieben hat, mühelos entziffern kann. Einmal aufgeschrieben, müssen die Lieder auswendig gelernt, gestaltet und zur Aufnahme- bzw. Bühnenreife gebracht werden. Der härteste Brocken war natürlich das Familienerbe, mit über 16 Minuten noch länger als der Tankerkönig. Weil ich nicht mehr in Studios singen wollte, haben wir die darauf folgenden Aufnahmen in einem akustisch halbwegs geeigneten Raum bei mir zu Hause gemacht (das in den Credits erwähnte Steinburg-Studio existiert gar nicht, wir brauchten irgendeinen Namen). Ein Tonstudio ist oft nichts als ein licht- und schallisolierter Bunker, je nach Mode akustisch halb- oder ganz tot, ohne natürlichen Raumklang; den erzeugt der Tontechniker künstlich. Das heißt, der gesungene Ton ist schon verreckt, ehe er den Rachen verlässt. So ganz kommt man allerdings ohne ein professionelles Studio (in unserm Fall ist es das Soundgarden in Hamburg) nicht aus, was notwendige Schnitte, Korrekturen, Overdubs, Mastering usw. betrifft. Aber ansonsten ist, denke ich, das Konzept, eine CD ohne orchestralen Aufwand, fast unplugged quasi im Wohnzimmer einzuspielen, aufgegangen. Wenn ein Trecker vorbei fährt, unterbricht man die Aufnahme eben mal. Das Vogelgezwitscher, von dem mein Co-Produzent und Tontechniker Ben Ahrens (er hat ein feineres Gehör als ich) behauptet, es sei im Ausklang zweier Lieder noch wahrzunehmen, haben wir drin gelassen. Ist die CD also gelungen? Hört und urteilt selbst, liebe Leser/innen dieser Zeilen. Oder noch besser: Urteilt gar nicht, sondern erfreut Euch an den Liedern. Hannes Wader |
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